„Wenn es aus dem Ofen duftet weiss ich, warum ich diesen Beruf liebe“

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Patrick Parrin, Geschäftsführer „Bäckerei Parrin“, Quelle: Telebielingue

Immer weniger Jugendliche wollen Bäcker werden. Im 2016 waren es weniger als 1000 Lehrlinge, die Bäcker-Konditor lernen wollten. Warum die Bäcker in der Region Biel trotzdem an die Zukunft des Bäcker-Berufs glauben, erzählen sie hier:

Video: Immer weniger Bäckerlehrlinge

In der französischen Schweiz und in Frankreich  sieht der Dreikönigskuchen anders aus als in der Deutschschweiz. Hier gehts zum Rezept: Galette des Rois

 

 

 

„Ich finde keine Schweizer, die im Restaurant arbeiten wollen“

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Das Bieler Restaurant Arcade von Aussen, Quelle: Bieler Tagblatt

Die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative sorgt bei den Ständeräten für Kopfzerbrechen. Mit gemischten Gefühlen verfolgt der Bieler Restaurantbesitzer Ron Fischer die Debatte. Er führt das Restaurant Arcade. Fast 50 Prozent seiner Mitarbeiter sind Ausländer. Ron Fischer erzählt, warum es ihn nicht überrascht, dass die Ständeräte Mühe haben eine Lösung zu finden: 

Unfallreporter: Ein Leben auf Abruf

Unfallreporter Arthur Sieber mit Tochter und Hund
Unfallreporter Arthur Sieber mit Tochter und Hund

Er ist immer bereit wenn im Seeland zwei Autos zusammenkrachen. Der Unfallreporter Arthur Sieber ist seit 30 Jahren 24 Stunden im Einsatz. Obwohl er eigentlich seit zehn Jahren pensioniert ist. Ich kenne Arthur Sieber, seitdem ich bei Radio Canal 3 arbeite. Fast täglich meldet er sich per Mail oder Telefon mit einer Unfallmeldung. Ich wollte wissen wer der Mann hinter den Unfallmeldungen ist? Zusammen haben wir zwei Unfallstellen besucht, die für Arthur Sieber wichtig sind:

Wie ist es jeden Tag Unfälle zu fotografieren? Arthur Sieber macht das seit 30 Jahren. Jeden Tag. Was er als Unfallreporter alles gesehen hat, zeigt er in seiner Fotosammlung:

Die Notfall-Anrufe im Seeland kommen direkt in die Einsatzzentrale Berner-Jura Seeland der Kantonspolizei Bern. Wie es ist, dort zu arbeiten: Hier gehts zum Video

Die Sache mit dem Sport Teil 1

Wir Regionalredaktoren wissen alles und nichts. Das geht vom Stadtrat über neue Bauprojekte bis zum Sport. Ja, der Sport. Der gehört nicht gerade zu meiner Fachkompetenz. Vor allem nicht DIE Sportart hier im Seeland: Eishockey. Der EHC Biel. Der ist den Seeländern heilig.

Mittlerweile verstehe ich die Regeln besser. Weiss, warum wie viele Spieler auf dem Eis sind. Aber in meinen Anfängen habe ich mir einen ganz schlimmen Patzer geleistet. Wir spielen jeweils am Morgen ein Radiospiel, das heisst „Fluss, Stadt, Land“. Der Anrufer bekommt einen Buchstaben und muss dann zu einem Buchstaben Begriffe raten. Die Anruferin bekommt den Buchstaben U. Sie schlägt sich gut: Fluss=Ural, Land=Uganda und dann kommt der Sport. Ihr fällt nichts ein und was schreit die vorlaute Redaktorin rein? Unihockey! Wie der EHC Biel!

Unihockey mit Eishockey zu verwechseln, ist etwa so schlimm, wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. In diesem Moment war ich froh zu wissen, dass Radio vergänglich ist.

„Unser Inlinehockey-Team geht auch lädelen“

Bieler Tagblatt
SHC Biel-Bienne Seelanders ist Schweizermeister, Quelle: Bieler Tagblatt

Es ist fast unschlagbar. Das Bieler Inlinehockey-Team der Biel-Bienne Seelanders. Zum zehnten Mal gewinnen die Bieler den Schweizermeistertitel. Sie schlagen im  Final das Freiburger Team aus Givisiez. Zum Match:

Die grosse Freude nach dem Sieg.

Ich habe den Match am Spielfeldrand bei tiefen Temperaturen mitverfolgt. Wie das für mich als Sportbanausin war. Hier.

Die Sache mit dem Sport Teil 2

Dieses Wochenende spielt der Bieler Inline-Hockey-Club an der Schweizermeisterschaft. Annick, du gehst hin und machst eine Reportage!

Jawohl. Ein ganzes Inlinehockey-Spiel verfolgen? Die Sport-Banausin in mir rechnet schon mal durch, wie viele Halbzeiten oder Drittel die wohl haben. Aber es gibt keinen Ausweg. Und schon stehe ich an einem Samstagnachmittag im November am Spielfeldrand. Draussen. Ich muss nicht sagen, dass es kalt ist. Sehr kalt. Aber die Fans vom Bieler Inlinehockey-Club stört das überhaupt nicht. Sie feuern ihre Mannschaft an. Mit Trommeln und Geschrei.

Ich schnappe mir einen netten Herrn am Spielfeldrand, der mir geduldig erklärt, was abgeht. Sein Sohn steht im Goal für die Bieler. Aber auch für die Gegner aus der Westschweiz hat der nette Herr am Spielfeldrand nur lobende Worte. In den Pausen gibt es Raclette und Glühwein. Alle Fans stehen zusammen. Plaudern miteinander. Egal, welche Mannschaft sie anfeuern. Irgendwie sind hier alle Familie. Und in diesem Moment muss ich mir eingestehen, dass Mannschaftssport mehr ist als ein Kampf mit grölenden Fans. Ganz besinnlich gestimmt und mit einer gratis Raclette im Bauch mache ich mich auf den Weg zurück ins Studio.

Wie das Bieler Inlinehockey-Team gespielt und gefeiert hat: hier

Die Sache mit dem Namen

Ich heisse Annick. Bekanntlich nicht so geläufig wie Andrea oder Maria. Annick ist ein Name aus der Bretagne. Nicht, dass ich dort irgendwelche Wurzeln hätte. Die Idee kam meinen Eltern in den Ferien in St. Tropez. Soweit so gut, mir gefällt mein Name.

Leider gibt es viele Missverständnisse um meinen Namen und die stellen meine Identität in Frage. Regelmässig bekomme ich Briefe mit der Aufschrift „Herr Annick Wangler“. Das geht ja noch. Aber was tun, wenn ich ein Interview mit dem Gemeindepräsidenten per Mail vereinbare. Mehrmals hin und her schreibe und merke, dass er glaubt, ich sei ein Mann.

Eigentlich könnte es mir ja egal sein. Der Gemeindepräsident merkt es spätestens, wenn er mich sieht beim Interview. Aber peinlich ist es trotzdem. Irgendwie. Soll ich in meiner Mail-Signatur noch meinen zweiten Namen Julia hinschreiben? Gedacht, getan. Doch wer schaut schon so genau auf die Mail-Signatur? Mich plagen Gedanken wie: Warum spielt es eigentlich eine Rolle, ob ich eine Frau oder ein Mann bin? Irgendwie spielt es für mich doch eine Rolle. Ich nehme meinen Mut zusammen und bemühe mich um ein witziges Mail im Sinne von „Lieber Herr Gemeindepräsident, ich bin eigentlich eine Frau“. Er hat mir nie darauf geantwortet.

Im Container gibt es noch Platz für Kleider

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Lager der Hilfsorganisation „Stand Up For Refugees“, Quelle: Bieler Tagblatt

Es fehlen noch Wintermäntel und Schlafsäcke. Der Hilfscontainer für die Menschen in Syrien ist noch nicht ganz voll. Darum sammelt die Bieler Flüchtlingsorganisation „Stand Up For Refugees“ weiter Winterkleider. Bei der Sammelstelle in Biel herrscht Hochbetrieb:

Zur Website von Stand Up For Refugees.

Der Stadtrat – das Wimmelbild

Der Berichterstattung aus dem Stadtrat ist nicht immer der spannendste Einsatz einer Reporterin. Bei Traktanden wie Änderungen in der Verwaltung ist Langeweile vorprogrammiert. Die aufmerksame Beobachterin entdeckt aber viel Spannendes, was nicht mit der Stadtpolitik zu tun hat:

Da gibt es zum Beispiel einen Stadtrat, der steht lieber in der Kaffeeecke, als dass er auf seinem Stuhl im Parlament sitzt. Und wenn man ihn anspricht, ist eine Diskussion über Gott und die Welt angesagt. Oder da sind die Zuschauer, die von der Tribüne runterschauen. Je nach Entscheid sehe ich ihren Gesichtern an, wie sie sich aufregen. Und aufregen tun sich auch die Stadträte unter sich: Sie tuscheln jeweils so laut, dass man den Redner kaum versteht. Aber es gibt auch die Ruhigeren. Zum Beispiel der, der die ganze Zeit nur auf sein Handy schaut. Oder der Stadtrat, der regelmässig eindöst. Übelnehmen kann man es ihm nicht – solange er bei der Abstimmung weiss, worum es gerade geht.