Der Stadtrat – das Wimmelbild

Der Berichterstattung aus dem Stadtrat ist nicht immer der spannendste Einsatz einer Reporterin. Bei Traktanden wie Änderungen in der Verwaltung ist Langeweile vorprogrammiert. Die aufmerksame Beobachterin entdeckt aber viel Spannendes, was nicht mit der Stadtpolitik zu tun hat:

Da gibt es zum Beispiel einen Stadtrat, der steht lieber in der Kaffeeecke, als dass er auf seinem Stuhl im Parlament sitzt. Und wenn man ihn anspricht, ist eine Diskussion über Gott und die Welt angesagt. Oder da sind die Zuschauer, die von der Tribüne runterschauen. Je nach Entscheid sehe ich ihren Gesichtern an, wie sie sich aufregen. Und aufregen tun sich auch die Stadträte unter sich: Sie tuscheln jeweils so laut, dass man den Redner kaum versteht. Aber es gibt auch die Ruhigeren. Zum Beispiel der, der die ganze Zeit nur auf sein Handy schaut. Oder der Stadtrat, der regelmässig eindöst. Übelnehmen kann man es ihm nicht – solange er bei der Abstimmung weiss, worum es gerade geht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *