Die Sache mit dem Namen

Ich heisse Annick. Bekanntlich nicht so geläufig wie Andrea oder Maria. Annick ist ein Name aus der Bretagne. Nicht, dass ich dort irgendwelche Wurzeln hätte. Die Idee kam meinen Eltern in den Ferien in St. Tropez. Soweit so gut, mir gefällt mein Name.

Leider gibt es viele Missverständnisse um meinen Namen und die stellen meine Identität in Frage. Regelmässig bekomme ich Briefe mit der Aufschrift „Herr Annick Wangler“. Das geht ja noch. Aber was tun, wenn ich ein Interview mit dem Gemeindepräsidenten per Mail vereinbare. Mehrmals hin und her schreibe und merke, dass er glaubt, ich sei ein Mann.

Eigentlich könnte es mir ja egal sein. Der Gemeindepräsident merkt es spätestens, wenn er mich sieht beim Interview. Aber peinlich ist es trotzdem. Irgendwie. Soll ich in meiner Mail-Signatur noch meinen zweiten Namen Julia hinschreiben? Gedacht, getan. Doch wer schaut schon so genau auf die Mail-Signatur? Mich plagen Gedanken wie: Warum spielt es eigentlich eine Rolle, ob ich eine Frau oder ein Mann bin? Irgendwie spielt es für mich doch eine Rolle. Ich nehme meinen Mut zusammen und bemühe mich um ein witziges Mail im Sinne von „Lieber Herr Gemeindepräsident, ich bin eigentlich eine Frau“. Er hat mir nie darauf geantwortet.

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